Vorweihnachtliche Börse
Im Börsenjahr ist der Dezember immer ein besonderer Monat. Jahresendrallye und Window-Dressing sind bei Börsianern und Kommentatoren
in aller Munde. Langfristig gesehen ist der Dezember ein guter Monat. Allerdings wurde dieses Bild durch die Finanzkrise und
durch den sich in 2002 abzeichnenden Irakkrieg getrübt. Im Schnitt der letzten 20 Jahre wies der Dezember eine SPI-Rendite
von 1.67% auf.
In neuerer Zeit schnitten nur der April und Mai mit einem Plus von 2.19% und 2.17% noch besser ab.
Besonders zwei Effekte erklären die überdurchschnittliche Rendite: zum einen das Window-Dressing (siehe Erklärung unten),
Abb.: SPI-Rendite im Dezember von 1989 bis 2008
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wo gezielte Käufe institutioneller Marktteilnehmer stattfinden.
Auch bereits gesprochene Unternehmensbudgets spielen eine Rolle. Aber nur das genügt zur Erklärung wohl nicht. Händler, die sich auf solche Saisoneffekte
spezialisieren, würden diese Anomalien wieder nivellieren.
Aber ganz allgemein scheint sich im Dezember Optimismus breit zu machen. Das laufende, "alte" Jahr ist bereits abgehakt und die Konsumenten
beginnen, ihre Finanzanlagen zu planen. Sie entwickeln eine optimistische Sicht auf die Zukunft, und auch die Kurse steigen. Die gesamten Effekte sind aber
schwach und nur im langjährigen Mittel aussagekräftig. Die Börsen werden durch aktuelle, nicht voraussagbare Entwicklungen
übersteuert. Deshalb sind wir auch dieses Jahr wieder gespannt und hoffen, dass sich dieser Dezember nach zwei schlechten Jahresenden
wieder in die Serie der positiven Monate einreihen wird.
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Window-Dressing
ist der Versuch institutioneller Anleger, Kurse von Benchmarks oder einzelnen Aktien zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Damit soll die Wertentwicklung ihrer Anlagen zu einem Bilanzstichtag oder Jahresabschluss verbessert werden. Im einzelnen
werden beispielsweise die Barbestände vor dem Stichtag investiert und Titel guter Rendite hinzugekauft.
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indexplus, 23.11.2009
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