Europa im Dilemma
Ein Dilemma - griechisch für zweigliedrige Annahme - ist eine Zwickmühle, die mit den Hörnern eines Stieres verglichen werden kann.
Weicht man dem linken Horn aus, verletzt einen das rechte und umgekehrt. Europas wirtschaftliche Situation kann man kaum treffender
beschreiben: die nach der Finanzkrise langsam erwachte Konjunktur ist grossteils kreditfinanziert. Die Rezession ist vorerst
gestoppt, aber der Preis dafür sind sprunghaft gestiegene Staatsschulden. Will man nun sparen, leidet erneut die Konjunktur. In der
Euro-Krise trifft uns erneut das Horn der Rezession oder das einer Schuldenkrise - im schlimmsten Fall gar beide.
Kaum Wachstum ohne staatliche Eingriffe
Auch das aktuelle Wirtschaftswachstum, das wir glücklicherweise haben, steht auf tönernen Füssen. Subtrahiert man vom Plus des
Bruttoinlandproduktes der Eurozone die zusätzlich durch die Staaten aufgenommenen Kredite, bleibt unter dem Strich nicht viel übrig. Dass eine blinde
Ausweitung der Verschuldung Grenzen hat, zeigten die letzten Wochen sehr eindrücklich.
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Valentin A. Serow, "Raub der Europa", 1910
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Massive staatliche Eingriffe haben die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre stark beeinflusst wie die
Bankenrettungen, die Abwrackprämien oder die Griechenland-Hilfe. Diese Eingriffe werden weitere Eingriffe und Regulierungen nachziehen.
Der Markt, der nötig wäre, um Fehlallokationen von Kapital aufzudecken, der Verschwendung mit höheren Zinsen, schlechte Produkte mit
Nichtkaufen bestraft, wurde an vielen Stellen ausgehebelt.
Zwischen Deflation und Inflation
In wirtschaftlich normalen Zeiten würden die aktuell sehr tiefen Zinsen rasch zu Inflation führen. Der Preis des Geldes ist
praktisch null - und dennoch passiert nichts, manches wird sogar billiger. Erklären kann man dies mit unausgelasteten Kapazitäten:
die Wirtschaft brummt nicht, und so sind Lohn- und Preiserhöhungen nur schwer durchzusetzbar. Für die Schweiz kommt zudem der Aufwertungsdruck
des Frankens hinzu, was importierte Güter und Dienstleistungen verbilligt. Erst wenn die Wirtschaft richtig anspringt, käme die Geldschöpfung in Gang, und innert
kurzer Zeit wäre Inflation zu befürchten. Solange dies ausbleibt, können die Preise kaum steigen - oder viel schlimmer - weiter sinken.
Schwieriges Anlageumfeld
Wer sein Geld jetzt anlegt, hat es nicht leicht. Festverzinsliche Anlagen bringen keine faire Entschädigung für den Kapitalgeber.
Auch deswegen halten wir Aktien für unverzichtbar. Sie beteiligen den Besitzer an der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und haben
anders als Gold oder andere Rohstoffe normalerweise einen stetigen Ertrag. Die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten werden wahrscheinlich weiterhin zu grösseren Schwankungen
führen. Eine Absicherung gegen Kursrückschläge tut Not. Aufgrund der kürzlichen Rückschläge an der Börse ist indexplus-timing nun in der
sicheren festverzinslichen Anlage. Wann wir wieder in Aktien investieren, ist zur Zeit ungewiss. Vor allem die tiefen Zinsen und der
Mangel an anderen Anlagemöglichkeiten sprechen längerfristig weiterhin für Aktien.
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indexplus, 31.5.2010
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