Aktuell


Verhaltener Start ins neue Jahr

Nach der kräftigen Kurserholung 2009 kehrt mehr Realismus zurück. Viele Probleme beherrschen die Marktmeinungen: das Bankgeheimnis wankt, in Europa droht die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands, und die allgemein überbordenden Haushaltsdefizite trüben die Stimmung. Argumente für steigende wie auch für fallende Kurse gibt es immer. An der Börse herrscht eben ein Marktgleichgewicht und auch ein Gleichgewicht dieser Argumente und Meinungen. Das Hauptargument für steigende Kurse sind nach wie vor die tiefen Zinsen. Geld sucht Anlage und Anleihen guter Bonität werden momentan schlecht verzinst. Die Börse befindet sich am Scheideweg zwischen einer Fortsetzung des Aufschwungs und einer weiteren Korrektur. Aktuell ist indexplus noch immer investiert; dies vor allem, da unser Modell die Wirtschaftslage eher positiv beurteilt. Sollten weitere scharfe Rückschläge erfolgen, werden wir jedoch umgehend in eine Festanlage wechseln.

Schulden in % des BIP

Abb.: Relative Gesamtverschuldung ausgewählter Nationen 2009.

Das Thema der öffentlichen Verschuldung ist stark in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Steigende Verwaltungs- und Sozialkosten führen zu hohen Defiziten. Griechenland, Portugal und Spanien haben aktuell sehr hohe Defizite und gleichzeitig strukturelle Probleme. Ein Grossteil der Ausgaben sind Sozial- und Verwaltungskosten, aber nicht Investitionen, die eine künftige, strukturelle Verbesserung ermöglichen würden. Die Begleichung dieser Beträge ist ein ungelöstes Problem. Die USA haben prozentual gesehen eine noch akzeptable Verschuldung, deren absolute Höhe aber mehr als 12 Billionen USD beträgt. Der Konsens der Meinungen geht mittlerweile von einer "kontrollierten Inflation" aus, um den realen Schuldenberg abzutragen.


Öffentliche Schulden
Obige Tabelle zeigt den Schuldenstand in Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Dort sind private Schulden und Defizite, die in Schattenhaushalten untergebracht sind, nicht enthalten. Die in der Eurozone geltenden Richtwerte von einer maximalen jährlichen Neuverschuldung von 3% des BIP und einer Obergrenze von 60% des BIP sind mittlerweile aufgeweicht.


indexplus, 16.02.2010

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